Rock on - Walk on - Auch Rocker Wandern (6.-9. Juni 2008)
Auch der größte Wandersmann muß mal aus sich rausgehen und deswegen fahre ich nun seit vier Jahren zu Rock am Ring in der Eifel. Der erfahrene Ringrochen wird jetzt sicher denken: “Hui, vier mal, alle Achtung! Nur ein Snobbo-Zisse würde sowas in der Einleitung erwähnen…”. Solchen Idioten will ich aber nur entgegen werfen, daß ich dieses Jahr keinen einzigen Longdrink auf dem Gelände gekauft habe.
Warum ich den Besuch bei Rock am Ring auf meinem kleinen Wander-Blog erwähne, wird sich sicher der unwissende reine Wandersfreund fragen. Der Grund - oder nennen wir es eher Vorwand - ist der lange Fußmarsch vom Festivalgelände zurück zum Zeltplatz. Für all die Fußlahmen sei nochmal festgestellt, daß das nur gut 3 Kilometer sind und man das tatsächlich in 45 Minuten schaffen kann, wenn man nicht versucht, mit der Leitplanke Pogo zu tanzen.
Wie auch im Vorjahr war es genau die richtige Entscheidung, mit auf den Campingplatz zu gehen und sich nicht für die Nacht irgendwo einzuquartieren. In diesem Jahr galt das insbesondere, weil das gemeinsame Campen mit den Rochen und Rockschlampen ganz klar die bessere Hälfte des Festivals war. Die andere Hälfte, das Musikprogramm, war zwar nicht schlecht, hat mich aber in diesem Jahr nicht so überzeugt, wie im letzten Jahr. Da bin ich z.B. von Bands wie Muse, Kaiser Chiefs oder White Stripes angenehm überrascht worden. In diesem Jahr würde ich den souveränen Auftritt von Metallica hervorheben, besonders weil sie sehr viel vom recht alten (sogar ersten?) Album “Ride the Lightning” gespielt haben.
Ansonsten hat mir der Sonntag abend am meisten Spaß gemacht mit “Fettes Brot”, den “Sportfreunden Stiller” und unserm kölschen Jung Poldi, der mich auf der Suche nach dem Titel weit voran gebracht hat. Zumindest weiß ich, daß der Titel sich wohl doch nicht in der Eifel befindet. Fettes Brot sind auf einem Rockfestival richtig gut, weil sie sich von einer ordentlichen Rockband unterstützen lassen, um ihre guten Stücke mit den aus meiner Sicht zwingend notwendigen Gitarrensounds zu unterlegen. Daß die Sporties nach ihnen gespielt haben, lag wohl eindeutig am darauf folgenden Fußballspiel. Eine Ehre war es natürlich auch am Freitag Motörhead zu sehen (”We are Motörhead and we play Rock and Roll”).
Eine unheimliche Aufnahme habe ich übrigens auch noch machen können. Diese könnte eventuell helfen, den am 4. Juni in Köln-Porz gesichteten Gewittermann ausfindig zu machen.
Zur Organisation des Festivals möchte ich hier als vorletztes noch zwei Anmerkungen machen:
- Die Linienführung der Busse war am Freitag eine echte Katastrophe. An der Haltestelle “Grüne Hölle” war es zunächst fast unmöglich, mit dem Bus zum Festivalgelände zu fahren. Aus einem mir nicht ersichtlichen Grund fuhren die Busse zunächst alle Haltestellen vom Festivalgelände aus nacheinander an, um dann auf der Rückfahrt nicht mehr anzuhalten. Dadurch musste man entweder ca. 1 Stunde mit dem Bus hin und her fahren oder laufen. Beim Warten und Hoffen, daß mal ein Bus auf dem Weg zum Gelände anhalten würde, wurde man leider enttäuscht. Da einige der Busse sogar fast leer waren, stieg die Verärgerung der wartenden Besucher, bis sich die mit dieser Situation überforderten Sicherheitsangestellten gezwungen sahen, Verstärkung zu rufen.
Zum Glück war der Chef der Verstärkung tatsächlich recht kompetent und hat dafür gesorgt, das ab dann auch Busse auf dem Weg zum Festivalgelände an der Haltestelle hielten. Bei der Professionalität des Festivals und den Preisen wäre eine gute Organisation von Anfang an aber sicher einzufordern, zumal das im letzten Jahr überhaupt kein Problem war. - Ein auch im deutschen Fußball zu beobachtendes Phänomen ist der zwiespältige Umgang mit Bengalos. Einerseits wird während des Festivals immer wieder auf den Videoleinwänden vor Crowdsurfen und eben Bengalos gewarnt und ein Verweis angedroht. Andererseits wird aber während der Bandauftritte bei brennenden Bengalos mit der Kamera drauf gehalten und die tolle Stimmung gezeigt. Meiner Meinung sollte man sich da mal entscheiden. Im Fußball scheint man das übrigens mittlerweile begriffen zu haben. Weil ich ja niemandem verbiete Bengalos anzuzünden, darf ich auch ein tolles Bild davon zeigen…
Zum Crowdsurfen nur kurz: Wenn einen ein Kurzer nervt, eignet sich ein schneller Wurf sehr gut, um das nervende kurze Objekt mal eben von der Crowd entsorgen zu lassen.
Als letztes soll ein Bild vom schönen Panorama nochmal als Motivation dienen, den Ort des Rockvergnügens mal zu einer richtigen Wanderung zu besuchen.
Als allerletztes bleibt mir noch zu sagen, daß das Wochenende wieder ein großartiges Erlebnis war und ich mit den besten Rochen und Schlampen des Festvals unterwegs war. Wir werden zwar immer älter, aber mit Gemüse auf dem Grill, Energie aus Frühstücksspeck und -eiern und den richtig gemischten Fitnessdrinks werden wir sicher noch ein paar Jahre überstehen.




























