Am 28. und 29. März bin ich endlich mal den größten Teil der Strecke von Bochum nach Köln zu Fuß gegangen, nachdem ich ihn seit ca. 3 Jahren fast täglich mit dem Auto gefahren bin. Ich wollte schon immer mal sehen, wie es jenseits der Leitplanke aussieht und habe dabei ein paar interessante Beobachtungen gemacht.
Einen Überblick über die Route gibt es hier: Bochum – Altenberg
Die Tour ist gestartet am Stadtrand von Bochum, schon in Hattingen (vielleicht auch Witten) an der Bushaltestelle Steinenhaus am Haus Kemnade.
Der erste Teil ging durch die Ansiedlungen Buchholz, teilweise über die normalen Straßen, was das Wanderherz nicht besonders höher schlagen lässt. Die Route verlief am über den mit W markierten Wittener Rundweg. Kurz nach Beginn stieß auch der überregionale X17 dazu.
Später, nachdem ich nördlich von Osterhöfgen die A43 unterquert hatte, bin ich ein Stück des Sprockhöveler Bergbauwanderwegs gegangen. Der Weg ist mit einem Schienensymbol markiert. Eine Impression des Weges auf einer alten Bahntrasse zeigt folgendes Bild. Sehr interessant waren für mich, der ich nicht aus dem Ruhrgebiet stamme, die alten Verladestationen der kleinen Zechen, die sich in der Gegend befanden. Deswegen wird man auch immer wieder durch Schilder vor potentiellen Bergschäden gewarnt.

Zwischen Stoltenberg und Hohe Egge habe ich dann den Wittener Rundweg verlassen und bin nur noch dem hier die A43 wieder querenden X17 gefolgt. Gerade von Hohe Egge bis Pöting und Scherenberg verläuft der Weg leider ausschließlich auf kleinen asphaltierten Straßen. Hinter Scherenberg kreuzt der X17 Wanderweg wieder die A43 und führt eher nach Osten. Weil ich weiter Richtung Süden wollte verließ ich den X17 und folgte dem mit HH markierten Rundweg um Haßlinghausen. Sehr schön ist hier das Stück am Grünen Weg und durch Weuste durch. Man kreuzt hier eine alte Bahntrasse, die mittlerweile zu einem in meiner Karte nicht markierten Rad- und Wanderweg umfunktioniert worden ist. In Hobeuken stieß ich auf die B51. Entlang der B51 bin ich wieder in die Nähe der großen Ansiedlungen gekommen und habe Wuppertal erreicht.

Ungefähr an der Stadtgrenze stößt der Wanderweg X28 auf die B51 und verlässt sie dann auch wieder. Ich bin der B51 aber noch bis über die A46 gefolgt, um dann rechts in ein kleines Industriegebiet einzu biegen und parallel zur B51 weiter gen Süden zu wandern. Mitten in dem Industriegebiet erreichte ich dann den Rundweg um Wuppertal, der genau wie der Wittener mit einem W markiert ist. Dem W folgte ich dann auch ein recht langes Stück zwischen Wuppertal und Schwelm hindurch zum Anstieg auf den Ehrenberg südlich von Wuppertal Langerfeld. Das Stück durch die Stadt war zwar nicht schrecklich, aber dann ganz sicher der unattraktivste Teil der gesamte Wanderung. Als Städtmensch merkt man erst bei solchen Touren, wie schlecht die Luft an stark befehrenen Straßen ist.
Vom Ehrenberg führt der Rundweg W wieder abwärts zur Wupper, die er bei Kemna überquert. Das nächste Bild zeigt die Reste vom nun folgenden unteren Herbringhausener Stausee, der in der Wanderkarte zwar noch eingezeichnet ist, aber mittlerweile abgebrochen worden ist. Entlang dieses Tals führt der Wanderweg W noch etwas nach Süden um dann scharf nach Osten abzubiegen.

Ich bin daher dem W nicht weiter gefolgt sondern dem lokalen Rundweg A4 bis zum eigentlichen Herbringhausener Stausee. Hier am Stausee habe ich dann auch zum ersten Mal ein Wildschwein in freier Wildbahn gesehen, daß vor den Jagdhunden, die ich kurz vorher noch mit drei Jägern gesehen hatte, floh. Dazu muß ich drei Dinge anmerken: 1.: Das Wlldschwein war recht klein, vermutlich jung und sah nicht so gefährlich aus. 2.: Zwischen dem Wildschwein und mir war noch der Zaun, der die Talsperre von den Wanderwegen abtrennt. Der Jagdhund war übrigens auch auf meiner Seite. Ein ungelöstes Rätsel ist für mich, wie die Geschichte ausgegangen ist. 3.: Der wichtigste Punkt ist, daß Wildschweine einen unheimlich eleganten Gang haben, weil sie fast gar nicht auf und ab wippen und scheinbar nur Ihre Beine und nicht den Körper bewegen. In nicht mehr ganz zurechnungsfähigem Zustand kann es sein, daß meine Begeisterung dafür mich dazu bringt, das Wildschwein als den wahren König des Waldes zu bezeichnen.
Kurz nach den Wildschweinen konnte ich auch noch drei Rehe in freier Wildbahn entdecken, die aber in gebührendem Abstand zu mir blieben. Irgendwo hinter dem oberen Herbringhausener Stausee bin ich dann auf den Jakobspilgerweg gestoßen, dem ich von dort an mit kleinen Ausnahmen gefolgt bin. Im Bild sieht man übrigens einen der vielen Bäume, die vom Sturm umgeworfen wurden und überklettert werden mussten.
Das letzte Stück bis zum Hotel in Remscheid-Lennep war recht unspektakulär. Langsam machten sich allerdings zwei Blasen an meinen kleinen Zehen bemerkbar.
2. Tag
Am zweiten Tag war die Eschbachtalsperre, die sich hinter der Raststätte Remscheid an der A1 versteckt, meine erste Station. Am zweiten Tag war das auch meine einzige “Berührung” mit der Autobahn, die ich sonst höchstens mal in der Ferne gehört habe.
Von dort ging es noch einmal über einen Berg entlang von vielen frischen Lichtungen nach Wermelskirchen.
Ab Wermelskirchen verlief der Weg entlang des Wanderweges ◊8 durch das Eifgenbachtal, was definitv der landschaftlich schönste Teil der Wanderung war.

Mit en zwei nun schmerzhaften Blasen an den Zehen habe ich schließlich die Markusmühle erreicht. Kurz dahinter, dort wo die Wege X29 und A3 Richtung Limmringhausen abbiegen, hatte ich einen Punkt erreicht, den ich auf einer der früheren Wanderungen schon einmal erlaufen hatte. Mein erlaufenes Wegenetz reicht also nun (noch mit einem kleinen Loch zwischen Altenberg und Schlebusch) von Hürth bis Bochum.
Weiterhin entlang des Eifgenbaches bin ich schließlich nach Altenberg gekommen. Der Bach war übrigens von den Regenfällen und evtl. auch der Schneeschmelze stark gefüllt. Die markierten Wege waren ab der Markusmühle weiterhin der Jakobspilgerweg, ◊8 und A2. Auf dem Weg nach Altenberg stießen noch A3, A1, □, >10, X30 hinzu und verließen den Weg teilweise wieder.

In Altenberg habe ich mich dann abholen lassen, weil ich nach einer längeren Pause einfach nicht mehr gehen konnte. Meine Wohlfühlgrenzen hatte ich am zweiten Tag schon überschritten.
Die Bilder habe ich übrigens alle mit dem Nokia 9500 Communicator gemacht, den ich als mir verbliebendes Allroundgerät mitgenommen habe.
Die nächsten Berichte gibt es aus dem Königsforst mit angrenzendem Bergischen Land, der Ruhreifel und der Ahr.